Die unsichtbare Welt verstehen & nutzen
MykoSysteme
Pilze als integraler Bestandteil produktiver Ökosysteme
Der Trüffelanbau wird häufig als einzelne Kultur betrachtet.
MykoSysteme gehen einen anderen Weg.
Sie verstehen Pilze als aktiven Bestandteil land- und forstwirtschaftlicher Kreisläufe – eingebettet in bestehende Nutzungen, angepasst an Standort, Klima und langfristige Ziele.
In Zeiten zunehmender klimatischer Extreme und knapper Flächen entstehen so Systeme, die nicht auf Maximierung, sondern auf Zusammenspiel setzen.
Pilze verbinden, was oberirdisch getrennt erscheint.
Sie erschließen Nährstoffe, stabilisieren Böden und schaffen Verbindungen zwischen Pflanzen. MykoSysteme machen diese Prozesse bewusst nutzbar.
Bäume haben keine Wurzeln - sie haben Mykorrhiza!
Synergien statt Konkurrenz
Zukunftweisende Landnutzung
MykoSysteme entstehen dort, wo Flächen mehr können als eine einzelne Nutzung zulässt.
Statt Trüffelanbau, Energiegewinnung oder Forstwirtschaft gegeneinander auszuspielen, werden ihre jeweiligen Stärken miteinander kombiniert.
Je nach Standort entstehen Systeme, die zusätzliche Erträge ermöglichen, ohne neue Flächen zu beanspruchen. Gleichzeitig erhöhen sie die ökologische Stabilität – etwa durch bessere Wasserspeicherung, verbesserte Bodenstruktur und eine vielfältigere Nutzung.
Wichtig ist dabei: MykoSysteme sind
keine Standardlösung.
Sie werden immer standortbezogen entwickelt und orientieren sich an realistischen, langfristigen Zielen.
Der bewährte Einstieg in den Trüffelanbau
Klassischer Anbau:
Trüffelplantage
Der klassische Trüffelanbau bildet für viele Betriebe den Einstieg in mykologische Systeme.
Durch die Pflanzung mykorrhizierter Gehölze – etwa Hasel, Eiche oder Linde – entsteht eine Dauerkultur, die sich gut in bestehende landwirtschaftliche Abläufe integrieren lässt.
Die Anlage erfolgt in der Regel in Reihen und wird an Boden, Klima und gewünschte Trüffelart angepasst. Neben der Trüffelernte entwickeln sich die Gehölze selbst zu wertvollen Landschaftselementen, die langfristig Stabilität und Struktur schaffen.
Die klassische Trüffelplantage ist strukturiert zu bewirtschaften und erlaubt eine planbare Entwicklung über viele Jahre hinweg.
Pilze lieben Schatten
MykoVoltaik:
Trüffelanbau unter Photovoltaik
Photovoltaikflächen werden landwirtschaftlich häufig unterschätzt.
Gleichzeitig entstehen unter den Modulen besondere Bedingungen: Beschattung, geringere Verdunstung und ein geschütztes Mikroklima.
Viele Trüffelarten profitieren genau davon.
MykoVoltaik nutzt diese Flächen doppelt – zur Energiegewinnung und zur pilzlichen Wertschöpfung. Je nach Konzept können zusätzlich Ertragshaselnüsse oder zeitweise Beweidung integriert werden.
Die landwirtschaftliche Nutzung bleibt erhalten, ebenso die Förderfähigkeit der Flächen. So entstehen Systeme, die Energie, Lebensmittel und ökologische Funktionen miteinander verbinden
Trüffelhecken & Co.
MykoAFS:
Trüffel im Agroforst
Agroforstsysteme verbinden Bäume, Hecken und Acker- oder Grünlandnutzung.
MykoAFS erweitert diesen Ansatz um Trüffel und andere Edelpilze. Zudem ist Trüffelanbau in Deutschland als landwirtschaftliche Dauerkultur eingestuft und damit förderfähig.
Der Trüffelpilz profitiert von den tiefreichenden Wurzeln der Gehölze, während sie gleichzeitig deren Nährstoff- und Wasserversorgung verbessern. Für den Betrieb entsteht eine zusätzliche Ertragsebene, ohne dass die bestehende Nutzung verdrängt wird.
Gerade auf erosionsgefährdeten oder trockenen Standorten können solche Systeme langfristig zur Stabilisierung beitragen.
Pilze als aktive gestalter
MykoFarming:
ganzheitliche Systeme
MykoFarming denkt Pilze nicht nur als Ertragsorganismus, sondern als
gestaltendes Element im System.
Myzel beeinflusst Bodenstruktur, Wasserhaushalt und die Verfügbarkeit von Nährstoffen. Es kann Schadstoffe binden oder abbauen und so zur Regeneration von Böden beitragen.
Solche Ansätze finden Anwendung in Permakultur, solidarischer Landwirtschaft, urbanen Projekten oder essbaren Wäldern. Ziel ist nicht eine einzelne Kultur, sondern ein funktionierendes Ganzes.
Non wood forest products
MykoForst:
Neue Perspektiven für die Forstwirtschaft
Auch in der Forstwirtschaft eröffnen MykoSysteme neue Perspektiven. Trüffel und andere Pilze zählen zu den sogenannten non-wood-forest-Produkten und können Erträge liefern, lange bevor eine Holzernte realisiert wird.
Gleichzeitig unterstützen pilzliche Netzwerke die Vitalität von Bäumen und spielen eine wichtige Rolle beim Waldumbau. Besonders in Nahrungs- oder Hutewäldern sowie bei Aufforstungsprojekten entstehen so langfristig stabile Systeme.
Für forstliche Projekte mit Herkunftsnachweisen sind auch Auftragsmykorrhizierungen möglich.
Für wen sind MykoSysteme geeignet?
MykoSysteme sind besonders dort interessant, wo klassische landwirtschaftliche Nutzung an Grenzen stößt.
Steinige, steile, kalkreiche oder ertragsschwache Flächen lassen sich häufig sinnvoll einbinden, ohne Nutzungskonflikte zu erzeugen.
Gerade diese Standorte bieten oft das Potenzial für neue, kombinierte Nutzungskonzepte.
Ausblick
Jedes MykoSystem ist so individuell wie der Standort selbst.
Eine fundierte Einschätzung erfordert Zeit, Erfahrung und eine genaue Betrachtung der vorhandenen Gegebenheiten.
Gerne unterstütze ich Sie dabei, Möglichkeiten auszuloten und realistische Perspektiven zu entwickeln.
FAQ - MykoSysteme
Was sind MykoSysteme im Trüffelanbau?
MykoSysteme beschreiben ganzheitliche Anbausysteme, in denen Pilze – insbesondere Mykorrhizapilze – eine zentrale Rolle spielen.
Im Fokus steht nicht allein der Trüffelertrag, sondern das Zusammenspiel von Boden, Pflanzen, Pilzen und Umweltfaktoren als funktionierendes Gesamtsystem.
Worin unterscheiden sich MykoSysteme von klassischen Trüffelplantagen?
Im Gegensatz zur klassischen Trüffelplantage, die klar strukturiert und auf eine einzelne Nutzung ausgerichtet ist, verfolgen MykoSysteme einen systemischen Ansatz.
Sie integrieren mehrere ökologische Prozesse und verzichten bewusst auf eine rein technische Steuerung.
MykoSysteme sind dadurch weniger standardisiert, aber ökologisch komplexer.
Welche Rolle spielen Pilze im Gesamtsystem?
Pilze übernehmen in MykoSystemen zentrale Funktionen.
Sie sind an Nährstoffkreisläufen beteiligt, beeinflussen die Bodenstruktur und ermöglichen den Austausch zwischen Pflanzen und Umwelt.
Trüffel sind dabei Teil eines größeren Netzwerks, nicht isolierte Produktionsorganismen.
Sind MykoSysteme planbar oder experimentell?
MykoSysteme lassen sich planen, jedoch nicht vollständig kontrollieren.
Natürliche Prozesse spielen eine größere Rolle als in klassischen Anbausystemen, wodurch Entwicklungen weniger exakt vorhersehbar sind.
Ein gewisses Maß an Offenheit und Anpassungsfähigkeit ist Teil des Konzepts.
Welche Standorte eignen sich für MykoSysteme?
Geeignet sind Standorte, die ökologische Vielfalt zulassen und nicht auf maximale Vereinheitlichung ausgelegt sind.
Heterogene Böden, naturnahe Flächen oder Übergangszonen können gute Voraussetzungen bieten.
Nicht jeder Standort ist für ein MykoSystem geeignet.
Können MykoSysteme wirtschaftlich betrieben werden?
Eine wirtschaftliche Nutzung ist möglich, steht jedoch nicht immer im Vordergrund.
MykoSysteme zielen häufig auf langfristige Stabilität, ökologische Leistungen und resiliente Systeme ab.
Erträge sind schwerer zu kalkulieren als bei klassischen Plantagen.
Für wen sind MykoSysteme besonders interessant?
MykoSysteme richten sich an Menschen und Betriebe, die Trüffelanbau im größeren ökologischen Zusammenhang betrachten.
Sie eignen sich für Projekte mit Forschungsbezug, experimentellem Charakter oder starkem Nachhaltigkeitsfokus.


